Wenn ich heute auf meinen bisherigen Weg zurückblicke, so war es nicht der eine, prägende Moment, der mich für das intuitive Bogenschießen begeistert hat. Vielmehr war es ein leiser, und langsamer Weg, bei dem der Bogen – nach ersten kindlichen Berührungen – erst nach Jahrzehnten wieder in mein Leben fand. Die Verbindung mit Pfeil und Bogen und die Kraft, die ich heute aus dem meditativen Bogenschießen schöpfe, habe ich erst im Laufe der Zeit und einer für mich sehr herausfordernden Lebensphase wirklich zu spüren gelernt.
Allem voran stand eine große Lebenskrise. Mein bisheriger Alltag, in dem mir vieles leicht von der Hand ging, wurde zu einer immer größeren Herausforderung, die all meine Kräfte forderte und mich letztendlich auch überforderte. All mein Optimismus, meine Kreativität, mein Ehrgeiz und meine Zielstrebigkeit waren Ressourcen, mit denen ich stets Wege fand, berufliche und private Herausforderungen und meinen Alltag zu meistern, zu denen ich aber in der besonderen Zeit der Krise kaum noch einen Zugang fand.
Der Bogen trat in mein Leben, kurz bevor diese Lebensphase ihren Höhepunkt erreichte. Aber es sollte noch eine Zeit dauern, bis ich regelmäßig mit dem Bogen arbeitete und die besondere Kraft, die ich heute daraus schöpfe, wirklich spüren konnte.
Seither beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit, Entspannung und Meditation und vertiefte mein Wissen durch das Lesen vielfältiger Literatur und der Teilnahme an unterschiedlichen Weiterbildungen. Mir wurde immer klarer, dass sich diese Themen wunderbar mit dem intuitiven Bogenschießen verbinden lassen. Die Begegnung mit Kurt KyoSei Österle an einem Zen-Sesshin mit „Zen-Bogenschießen“ gab mir den entscheidenden Impuls, dass dieser Weg, den ich mit dem Bogen eingeschlagen hatte, genau der war, den ich weiter gehen wollte.
Die Zeit der Krise war für mich eine Phase intensiver Auseinandersetzung mit meiner eigenen Persönlichkeit, meinen Ressourcen und Grenzen. Es fiel mir nicht immer leicht, da es für mich auch bedeutete Altes und Vertrautes loszulassen, was mir in meinem bisherigen Leben scheinbar eine gewisse Sicherheit gab. Aus dieser herausfordernden Lebenssituation bin ich nicht nur mit neuer Energie hervorgegangen, sondern habe auch einen klareren Fokus für meinen weiteren Lebensweg gewonnen.
Durch eine intensive Auseinandersetzung mit den verschiedensten Weltanschauungen entwickelte ich eine neue Sicht auf die Welt und fand schließlich den Zugang zu Spiritualität, die mir seither als wichtiger Anker im Leben dient. Besonders die Themen „Achtsamkeit“ und „Meditation“ gewannen in dieser Zeit zunehmend an Bedeutung für mich und sind zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebens geworden.
Die vielen Erfahrungen, die ich seither sammeln konnte, fließen nun unmittelbar in meine Arbeit mit dem Bogen ein. Sie bereichern meine Kurse und ermöglichen es mir, meine Kursteilnehmer nicht nur auf technischer Ebene zu begleiten, sondern ihnen auch Impulse für persönliche Entwicklung, Selbstwahrnehmung und inneres Wachstum zu geben. Dabei ist es mir ein großes Anliegen, die Erkenntnisse aus meinen eigenen Reflexionen und dem bewussten Umgang mit Krisen weiterzugeben und in meinen Kurskonzepten lebendig werden zu lassen. So sind meine Angebote geprägt von Authentizität, Empathie und einem tiefen Verständnis für die individuellen Herausforderungen und Bedürfnisse jedes Einzelnen.
Ich habe mehrere Ausbildungen, mit unterschiedlicher Ausrichtung, zum Bogentrainer für intuitives Bogenschießen absolviert, so dass ich meinen Teilnehmern eine gute technische Grundlage vermitteln kann.
Im Jahr 2024 habe ich eine Weiterbildung zum „Multimodalen Stressmanagement“ abgeschlossen. Diese beruht auf dem Konzept von Helen Heinemann zur Prävention von Stresserkrankungen und Erschöpfung am IBP Hamburg (Institut für Burnout-Prävention) Das multimodale Stressmanagement ist seit 2017 von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) nach SGB V § 20 Abs. 1 zertifiziert (Konzept-ID: KO-ST-2H5S5P).
Im Mittelpunkt der meisten Weiterbildungen lag der Fokus auf der Persönlichkeitsentwicklung, das Arbeiten mit den eigenen Ressourcen und Emotionen sowie die Entwicklung einer positiven Grundhaltung. Diese Aspekte waren und sind für mich besonders wichtig – insbesondere in Hinblick auf meine über 30-jährige Tätigkeit als Heilerziehungspfleger und Heilpädagoge in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. So kann ich auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, der mich auch dabei unterstützt, Menschen auf dem Weg mit dem Bogen einfühlsam begleiten zu können.
Von zentraler Bedeutung für meine Arbeit sind jedoch die Erfahrungen des Lebens selbst: Es sind die vielfältigen Begegnungen mit Menschen, die offen sind für inneres Wachstum und persönliche Weiterentwicklung. Diese inspirierenden Begegnungen bereichern nicht nur meinen beruflichen Alltag, sondern geben mir auch immer wieder neue Impulse für persönliche Entwicklung. Gleichzeitig bildet die kontinuierliche Auseinandersetzung mit meiner eigenen Persönlichkeit eine wichtige Grundlage, um innerlich zu wachsen und authentisch in meiner Arbeit mit anderen Menschen zu sein.
Um mein Wissen und meine Fähigkeiten des intuitiven Bogenschießens im Therapeutischen Kontext zu vertiefen, werde ich im Jahr 2026 die Ausbildung für „Therapeutisches Bogenschießen“ bei Karl-Heinz Schäfer absolvieren. Durch diese zusätzliche Qualifikation möchte ich noch tiefer in die Thematik einsteigen, persönlich wachsen und neue Werkzeuge für meine Arbeit erhalten.
„Im Loslassen liegt die Kraft der Veränderung und der Freiheit. Nur wer bereit ist loszulassen, kann die Dinge so annehmen, wie sie sind. Festhalten bedeutet Stillstand und gefangen sein in den eigenen Grenzen.
Übe dich im Loslassen und wachse über deine inneren Grenzen hinaus."
A.N.