Über mich


Was „Intuitives Bogenschießen“ für mich persönlich bedeutet!

Mann mit Recurvebogen, intuitives Bogenschiessen in der Natur

Was Intuitives Bogenschießen für jeden persönlich bedeutet und aus welcher Motivation heraus es jeder Einzelne ausübt, kann so unterschiedlich und individuell sein, wie der Mensch selbst, der den Zugang dazu sucht.

Für mich war der Zugang zum Intuitiven Bogenschießen, ein langer und zuerst unbewusster Prozess, der letztendlich auch zu einem großen Teil ohne Bogen stattgefunden hat. Es war die Neugierde, Neues auszuprobieren, Zufall, Glück im richtigen Moment am richtigen Ort gewesen zu sein, die neu entdeckte Freude am Bogenschießen selber, aber auch die Veränderung von persönlichen Lebenssituationen, die mich langsam an das Intuitive Bogenschießen herangeführt haben.

 

Intuitives Bogenschießen ist für mich zu einer Lebenseinstellung geworden. Es zu erlernen, ist ein lebenslanger Weg, der nie endet, so wie die fortwährende Weiterentwicklung meiner eigenen Persönlichkeit.

Es bedeutet für mich, die Schulung meines Bewusstseins und stärkt meine eigene Intuition. Wenn sich, während ich die Sehne löse, ein positives Gefühl bei mir einstellt, das mir signalisiert „Der Schuss gelingt“ und ich das Ziel aus der Intuition heraus treffe, ohne zu Zielen, dann habe ich es geschafft, alle äußeren Einflüsse auszublenden, Körper und Geist in Einklang zu bringen und ganz bei mir zu sein, um meiner Intuition zu folgen. Diese Erfahrung kann mir auch in anderen Lebenslagen helfen, aus dem Bauch heraus Entscheidungen zu treffen, ohne lange darüber nachdenken zu müssen oder rational abzuwägen. Für mich bedeutet Intuitives Bogenschießen aber noch vieles mehr!


Intuitives Bogenschießen kann so viel mehr bedeuten als einfach nur mit Pfeil und Bogen auf eine Scheibe zu schießen. Es birgt ein großes Potenzial, mit dem du dein Leben positiv bereichern

und deine Erfahrungen in den Alltag integrieren kannst.  


Wie alles begann ...

Mann mit Recurvebogen bei Achtsamkeitsübung in der Natur

Wenn ich heute an Pfeil und Bogen denke, kommen mir oft zuerst Bilder aus meiner Kindheit ins Gedächtnis. Das ist jetzt über 40 Jahre her, aber diese Bilder sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.

Ich war ca. 10 Jahre alt und besaß damals voller Stolz einen primitiven Bogen aus Bambus und ein paar einfache Holzpfeile. Es hatte immer etwas Besonderes, wenn ich mit dem Bogen auf die Felder ging, um ein paar Pfeile zu schießen. Und wenn ich es heute näher betrachte, war es nicht die Motivation irgendetwas zu treffen, nein es ging vielmehr um die Faszination, den Bogen zu spannen, seine Kraft zu spüren und durch das Lösen der Sehne den Pfeil auf seine Reise zu schicken. Das war immer wieder ein besonderer Moment. Dies alles war mir als Kind nicht so bewusst und ich erkenne erst heute, welche Bedeutung und Wirkung es haben kann, wenn man den Bogen bewusst spannt und aus der Intuition heraus die Sehne löst, um den Pfeil auf seine Reise zu schicken. Aber das Gefühl, welches das Schießen mit dem Bogen damals in mir ausgelöst hat, spüre ich noch heute. Der Bogen ging dann irgendwann kaputt und damit war das Bogenschießen erst einmal wieder in Vergessenheit geraten. Erst als mir mit 13 oder 14 Jahren ein einfacher Fieberglas-Bogen in die Hände fiel, war das Interesse für den Bogen wieder geweckt. Er war ähnlich primitiv aufgebaut wie mein Bambusbogen und mit einem richtigen Bogen nicht zu vergleichen, aber seine Zugkraft war so groß, dass ich den Bogen, den ich damals mit einer Stahlsehne, die aus einem alten Bremsseil vom Fahrrad bestand, nur mit Mühe gespannt bekommen habe.

Kind mit selbstgebautem Bogen aus Haselnussholz, schiesst in den Himmel

Das hört sich sehr abenteuerlich an und das war es auch, denn ich hatte damals absolut keine Ahnung vom Bogenschießen und jemanden zu finden, der es mir hätte beibringen können, war vor fast 40 Jahren nicht so einfach, da Bogenschützen damals noch zu einer eher seltenen Spezies gehörten. Mit einem Freund habe ich allerhand Blödsinn mit dem Bogen veranstaltet und meine Eltern haben mich wohlwissend der Gefahr, die von diesem Bogen ausging, nur ungern alleine damit losziehen lassen, was zur Folge hatte, dass ich mich heimlich mit dem Bogen aus dem Haus schleichen musste. Heute bin ich froh, dass in dieser wilden Zeit niemand zu Schaden gekommen ist. Aber auch diese Phase des Bogenschießens war beendet, als auch dieser Bogen kaputt ging. Dann verlor ich den Bogen für Jahrzehnte aus den Augen. Natürlich habe ich mich immer wieder an die Zeit zurückerinnert, aber nicht alle Erinnerungen daran waren positiv.

Drei Carbonpfeile mit Naturfedern auf einem Baumstamm in der Natur

Manchmal läuft es mir heute noch eiskalt den Rücken runter, wenn ich daran denke, wie ich die Pfeile gedankenlos, senkrecht in die Luft katapultiert habe, um zu schauen, wie hoch sie fliegen. Vielleicht war das ja auch der Grund dafür, dass der Bogen eine lange Zeit keine Rolle mehr in meinem Leben gespielt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich 2013 aus beruflichen Gründen an einer erlebnispädagogischen Fortbildung teilnahm, bei der auch das Traditionelle/Intuitive Bogenschießen Thema war.

Ab diesem Zeitpunkt war das Feuer für das Bogenschießen in mir wieder neu entfacht. Ich nahm dann an weiteren Fortbildungen teil, um das Bogenschießen in meine Arbeit als Heilpädagoge mit einfließen zu lassen. Ich arbeite mit Menschen mit körperlicher, seelischer und geistiger Behinderung und das Bogenschießen gehört mittlerweile zum festen Bestandteil der Erwachsenenbildung in der Einrichtung, in der ich arbeite.

 

Anfangs war ich sehr gespannt, wie die Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen das Bogenschießen annehmen würden. Es war nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch des Könnens aus rein motorischer und auch mentaler Sicht betrachtet. Denn viele Menschen haben neben ihrer geistigen Behinderung oft noch verschiedene andere körperliche und seelische Einschränkungen, die es zu überwinden gilt. Aber hier hat sich gezeigt, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Mit viel Mut, etwas Unterstützung, Kreativität und Übung war es den meisten Menschen möglich, diesen besonderen Moment, in dem die Sehne gespannt wird, um sie dann wieder los zu lassen, und den Pfeil auf seine Reise zu schicken, hautnah zu spüren. Das war und ist für alle Beteiligten immer wieder ein besonderes Erlebnis. Das Funkeln in den Augen und die anschließende Gelöstheit,  ist der Lohn für all die vorherige Anstrengung und den Mut.